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Die Kreuzkirche ist ein architektonisches Meisterwerk der Endfünfziger Jahre.
Das Kirchengebäude geniest als Kulturdenkmal und baulicher Zeuge seiner Zeit den höchsten Denkmalschutz des Landes Hessen und bildet mit dem Neubau des Pfarrhauses und dem Gemeindezentrum aus dem Jahr 2014, ein stimmiges Gebäudeensemble. Es definiert, buchstäblich hervorgehoben durch den großzügig gestalteten Vorplatz, das Entree zum Landschaftspark Walkmühltal- Anlage
In der architektonischen Gestalt der Kirche zeigt sich ihre herausragende Stellung vor allem in der Schlichtheit des Kirchenschiffes und in der Feinheit der Architektur des Turmes, der als Campanile wie ein Finger Gottes zum Himmel weist. Mit seinen fünf Glocken ruft er die Gläubigen zum Gottesdienst und erinnert sie mit dem Stundenschlag der Rufglocke an das Dahineilen der Zeit und an die Vergänglichkeit unseres Lebens. Der Architekt, Wilhelm Hörr aus Gaggenau, welcher als Sieger des damals ausgelobten Architekturwettbewerbs hervorgegangen ist, besaß die große Kühnheit, nicht unter allen Umständen modern sein zu wollen, sondern das Besondere, das seit Jahrhunderten eine Kirche als Kirche erkennen ließ, mit den stofflichen und geistigen Bauelementen moderner Zeit so gekonnt zu verbinden, dass eine der künstlerisch wertvollsten Kirche Wiesbadens der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand.
Die Architektur bestimmt auch den Innenraum der Kirche, welche als sogenannte „Prozessions- Kiche“ konzipiert wurde. Der Raumeindruck der Kirche entspricht einem typischen Konzept ihrer Erbauungszeit. Dabei wird der Blick und „virtuell" auch die Schritte der Besucher nach vorne gezogen, um dort abrupt an einer Wand zu enden. Gewissermaßen endet der Bewegungswille vor einer Wand und prallt ab, um auf den inneren Bereich der Kirche gelenkt zu werden, vor allem auf den Altar. Die Wand wird bewusst zum Wendepunkt. Hier hatte ursprünglich der aus Beton gegossene große Kruzifix seinen Platz, welche nunmehr, nach der Sanierung und Umgestaltung, seinen Ort auf dem Kirchen- Vorplatz gefunden hat. Das Kreuz, auch Namensgeber der Kiche und heute, aus schlichtem schwarzem Holz, stellt den theologischen Hintergrund dieses Raumkonzeptes dar:
Das Kreuz Jesu markiert die Endlichkeit des Daseins und stellt gleichzeitig einen Wendepunkt der Gläubigen dar.
Mit den Erfahrungen der 30er und 40er Jahre im Hintergrund spricht das Raumkonzept der Kirche in dieser Hinsicht von Passion und Buße. Auch die Wahl der Materialien, vornehmlich Beton und Holz, verkörpern Nüchternheit und Ehrlichkeit und sind treibende Prinzipien einer solchen Architektur. Gleichwohl wurde auch zur Entstehungszeit Wert gelegt auf erhebende Aspekte. In dieser Hinsicht sind die feine Rhythmik der Wandgliederung, die delikaten Leuchter und der Einsatz von farbigem Glas in den herausragenden Fenstern zu beachten. Sie bringen gleichsam musikalische Elemente des Lobens, Dankens und den Aspekt von transzendierender Hoffnung in den Raum ein. Vor allem bei Sonnenschein sollte man nicht versäumen, den Innenraum aufzusuchen. Ein farbenfrohes Lichterspiel hüllt den Betrachter und den Kirchenraum dann ein. Ein erhebender Moment!
Im Zuge einer ersten Umgestaltung des Kirchenraums 1994 wurde eine neue große Orgel von der Orgelempore in den Altarraum vor die Altarrückwand gesetzt.
Mit der zweiten Sanierung und Umgestaltung des Sakralraums im Jahr 2022, als letzter Bauabschnitt des großen Umbaus der gesamten Anlage, konnte der Schlussstein gesetzt werden. Im Zuge der Maßnahme wurde die Gestaltung auf das Konzept der Entstehungszeit zurückgeführt. Dem Altarraum, der durch den Orgelumbau vor 20 Jahren seine Ruhe und Mitte verloren hatte, wurde durch Hinzufügen eines transparenten Paravents und eines neuen Altars sein geistliches Zentrum wiedergegeben.
Sehenswertes der Kirche